Die Loge

Die Loge versteht sich als eine Wertegemeinschaft mit ethischer Zielsetzung, die in bruderschaftlichen Formen und ritueller Arbeit geistige Vertiefung und freie Entfaltung der Persönlichkeit anstrebt. Ihre Aufgaben sind humanitär: Sie pflegt und verbreitet völkerverbindende Gesinnung, sie tritt ein für Menschlichkeit, Freiheit, Toleranz und Mildtätigkeit und die Erziehung hierzu – ohne Rücksicht auf Herkunft, Abstammung oder Nationalität. Die Rückbesinnung auf Werte wie Menschenwürde, Mitmenschlichkeit und Toleranz haben auch in der Gegenwart große Aktualität. Damit dient die Freimaurerei dem Wohlergehen aller Menschen. Die Loge ist eine Verbindung von freien Männern. Jeder unbescholtene Mann kann nach Prüfung seiner Eignung aufgenommen werden, frei von konfessionellen Dogmen. Sie gehen brüderlich auf gleicher Ebene miteinander um und entsagen Standesunterschieden und Statussymbolen. Die Verschwiegenheit ist eine Tugend aber auch eine Verpflichtung. Ihre Aktivitäten erstrecken sich über Informationsabende über die Freimaurerei im Allgemeinen, sowie kultureller Veranstaltungen und Vorträge über soziale, ethische und philosophische Fragestellungen in Bruder- und Gästeabenden. Streitgespräche über Politik und Religion werden vermieden. In den Ritualen werden die freimaurerischen Grundlagen vermittelt und durch Symbole und Bilder erlebbar gemacht.

Das Bijou

Das Symbol der Loge (Bijou) ist eine vielfältige Allegorie auf das Symbol des Lichts. Gemeint ist unter anderem sowohl das Licht des Sonnenaufgangs, als auch das Licht der Aufklärung und damit auch der Freimaurerei. Das Bijou symbolisiert eine Figur, die ihre Arme der Sonne entgegenstreckt. Sie spendet Licht und Wärme und damit Leben. Die freimaurerische Symbolik besteht aus allegorischen Handlungen, sinnbildlicher Zeichen und Gebräuche. Sie können unterschiedlich wahrgenommen und erlebt werden. Das Instrument der Symbole bezieht die Brüder umfassend ein. Sie ergänzen die rationale Analyse, die zur Abstraktion neigt. Die individuelle Auseinandersetzung und Bearbeitung der Symbole unterstreicht die Zuwendung zu den freimaurerischen Idealen: Humanität, Toleranz und Brüderlichkeit.

Aufnahmeverfahren

Das Aufnahmeverfahren beginnt nach der Kontaktaufnahme des Interessenten (“Suchender”) mit einem persönlichen, unverbindlichen Gespräch über die Freimaurerei und dem Lebenslauf des Interessenten. Sind beide Partner überein gekommen, dass eine Einladung zu einem Gästeabend sinnvoll ist, wird diese Absicht den Brüdern vorgetragen, die dann über eine Einladung zu Gästeveranstaltungen entscheiden. Nach mehreren Besuchen von Gästeveranstaltungen kann der Suchende einen Aufnahmeantrag beim Meister vom Stuhl stellen. Der Meister vom Stuhl informiert die Brüder der Loge über den Antrag und setzt eine Ballotage (Kugelung) an, bei der die Brüder über die Aufnahme des Suchenden entscheiden. Ist die Kugelung zugunsten des Suchenden ausgefallen, wird durch den Meister vom Stuhl ein Termin zur feierlichen Aufnahme in die Loge und den Bund der Freimaurer angesetzt. Für die Aufnahme ist eine mäßige Aufnahmegebühr fällig, für die Mitgliedschaft ein mäßiger Jahresbeitrag.